Schwerter Senioren und Seniorinnen „quizzen“ jetzt online

Schwerter Senioren und Seniorinnen „quizzen“ jetzt online

Schwerter Senioren und Seniorinnen quizzen online

„Welches Bauwerk: Brandenburger Tor in Berlin, Fernsehturm in Berlin, Kölner Dom in Köln und Reichstag in Berlin‘ hat keinen offiziellen Namen?“ Für die Bewohnerinnen und Bewohner sowohl des Friedrich-Krahn-Zentrums wie des Klara-Röhrscheidt-Hauses war die Sache klar: Das muss der Reichstag sein. Und sie liegen richtig. Es bleibt nicht die einzige richtige Antwort bei der Online-Quizrunde zusammen mit Freiwilligen der Uni Vechta am Mittwochnachmittag, den 05.04.2023. Am Ende liegt das Friedrich-Kahn-Zentrum knapp vorne und gewinnt den Präsentkorb. 

Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „ViVerA – Virtuelle Veranstaltungen in der Altenpflege“ der Universität Vechta. Das Besondere an dem Format: Die Ehrenamtlichen sind online über die Videoplattform Zoom zugeschaltet; über eine Leinwand sind sie und das Quiz für die Bewohner zu sehen. Durch dieses Online-Format können die Senioren und Seniorinnen in Schwerte mit den Freiwilligen in Vechta oder in der Nähe von Paris den Nachmittag verbringen und Spaß haben. Das Projekt möchte auf diesem Wege 1000 neue Freiwillige für die Arbeit in der Altenbetreuung gewinnen.

Das Projekt hat aus über 1000 Einreichungen einen von 40 Ideenpreisen beim Wettbewerb für Soziale Innovationen „Gesellschaft der Ideen“ erhalten. Jetzt wird die Erprobung bis Ende 2023 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und Schwerte ist über das Freiwilligenzentrum „Die Börse“ e.V. dabei. Um die Umsetzung kümmern sich neben Prof. Dr. Vanessa Martins, Levin Kwasniok, Maximilian Kunze und Bernd Josef Leisen vom Studiengang Management Sozialer Dienstleistungen der Universität Vechta in Schwerte die Vorsitzende des Freiwilligenzentrums Sigrid Reihs und die Mitarbeiterinnen des Friedrich-Krahn-Zentrums, des Klara-Röhrscheidt-Hauses und des Johannes-Mergenthaler-Hauses. Zusammen übernehmen sie die Gewinnung der Einrichtungen, die Rekrutierung von Freiwilligen sowie den Austausch untereinander.

„Wir sind von der Uni Vechta angefragt worden, weil wir während der Corona-Zeit schon das Thema online-Vorlesen umgesetzt haben“, berichtet Sigrid Reihs, „so dass wir als ein Freiwilligenzentrum von ca. 30 in Deutschland jetzt da mitmachen können.“ 

„Entgegen unserer Erwartungen werden die Veranstaltungen sehr gut angenommene, auch von denen die bisher nur wenig digitale Erfahrungen haben“, freute sich Leisen schon am Beginn des Projektes und auch in Schwerte trifft dieser Eindruck zu. Nicht nur für das Betreuungsangebot sind die Veranstaltungen eine Bereicherung, sondern auch für die Mitarbeitenden in den Altenheimen. „Es gibt einen großen Pool an Angeboten, wie zum Beispiel Bingo, Schlager- und Musiktage sowie Quiz und Würfelrunden.“ Mit den Verbundpartnern Prof. Dr. Kai Koch und Friedhelm Bunse (Musikpädagogen an der Uni Vechta) sowie der Demenzforschung des Universitätsklinikums Köln werden kontinuierlich weitere Veranstaltungsformate entwickelt. 

Die Bewohner und Bewohnerinnen des Friedrich-Krahn-Zentrums freuen sich schon auf das nächste Mal. „Es hat uns sehr viel Spaß gemacht.“, meinte eine der Seniorinnen. Und auch von Seiten der Schwerter Altenheime findet man lobende Worte: „So sind unsere Bewohner und Bewohnerinnen in Kontakt und freuen sich daran, sich mit anderen zu messen“, sagt Eva Fota vom Friedrich-Krahn-Zentrum, die Verantwortliche für den Sozialen Dienst. Sie gibt zu, dass alle Beteiligten wegen der technischen Umsetzung zunächst etwas kritisch waren, „aber die Uni Vechta hat da toll unterstützt, so dass es auch gleich beim ersten Mal sehr gut geklappt hat.“ „Man muss eben jung denken“, sagt Iris Dotschkal vom Johannes-Mergenthaler-Haus. 

Die Studierenden des Studiengangs aus Vechta sind online zugeschaltet und raten zum Teil mit oder geben Tipps. „Das Projekt ist super. Für mich ist es wunderbar, die Tätigkeit von zu Hause aus zu machen und nicht in die Einrichtung fahren zu müssen“, sagt einer der Studierenden. „Irgendwie hilft es auch, Ängste zu überwinden und Einsamkeit zu verhindern“, sagt eine andere der Studierenden. „Jetzt wollen wir natürlich neue Ehrenamtliche gewinnen, die Lust haben neue Veranstaltungsformate zu entwickeln, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen oder Hilfe bei der Technik zu leisten“, sagt Sigrid Reihs. Bis Ende diesen Jahres läuft das Projekt noch in dieser Form. Wir hoffen, dass wir dann soweit sind, dass wir genügend Freiwillige gefunden haben, um damit dauerhaft weiter machen zu können. „Außerdem gibt es auch eine Fortbildung zum virtuellen Veranstaltungsleiter, die dann in Präsenz durchgeführt wird.“

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